Was ist Achtsamkeit

Achtsamkeit ist die deutsche Übersetzung des international verwendeten Begriffs „Mindfulness”. Doch was hat es damit auf sich? Versuchen wir es einmal auseinander zu nehmen.

Der Duden stellt das Wort, „achtsam” mit Synonymen, wie „vorsichtig”, „aufmerksam” und „wachsam” gleich. Demnach lässt sich schlussfolgern, dass der oder die Praktizierende aufmerksam wird und beobachtet. Es geht also um einen inneren Zustand und eine gewisse Haltung.

Und was meinen die Experten? Jon Kabat-Zinn (Emeritierter Professor, University of Massachusetts Medical School) wird oft als Vater der Achtsamkeitspraxis bezeichnet. Er sagt, „Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst im gegenwärtigen Augenblick ohne zu urteilen.”

Aber nur im gegenwärtigen Moment zu sein ist für Manche ein abstraktes und schwer zu greifendes Konzept. Dr. Ronald Siegel (klinischer Psychologe, Harvard Medical School) beschreibt es so: „Achtsamkeit ist die bewusste Wahrnehmung aktueller Erfahrungen und deren Akzeptanz.”

Im Alltag nehmen wir Momente wahr, bewerten sie und formen dann Urteile. Krampfhaft versuchen wir so die Kontrolle zu bewahren. Und obwohl dies ist wichtig, um Entscheidungen sorgfältig abzuwägen ist es genauso wichtig täglich eine nicht wertende, beobachtende Haltung zu üben. Während der Achtsamkeitspraxis geht es nicht darum den Kopf zu klären oder an nichts zu denken. Stattdessen versuchen wir den Moment hinzunehmen, so wie er ist und ihn in vollen Zügen zu genießen. Wir steuern gegen den Impuls unsere Eindrücke zu bewerten, indem wir akzeptieren und loslassen.

Achtsam zu sein bedeutet den gegenwärtigen Moment die eigenen Gedanken, Gefühle und Empfindungen sowie die Sinneseindrücke der äußeren Umgebung, bewusst wahrzunehmen – ohne das Erlebte zu bewerten.

Jon Kabat-Zinn fasst es wunderbar zusammen, „Auch wenn es einfach sein mag, Achtsamkeit zu praktizieren, ist es doch nicht unbedingt leicht.” Und nichtsdestotrotz hat die Achtsamkeitspraxis die Möglichkeit unser gesamtes Auftreten, unseren emotionalen Zustand und unsere Beziehung zu uns selbst und anderen positiv zu prägen.